Wer eine HomeMatic-Smarthome-Installation betreibt und das Funkmodul nicht direkt per GPIO an einen Raspberry Pi anschließen möchte, kennt das HB-RF-ETH-Konzept: Die Platine bindet ein HomeMatic-Funkmodul (HM-MOD-RPI-PCB, RPI-RF-MOD oder HmIP-RFUSB) per Netzwerk an eine debmatic– oder piVCCU3-Installation an. Mit HB-RF-ETH-ng habe ich die ursprüngliche Firmware von Alexander Reinert grundlegend modernisiert – inzwischen auf ESP-IDF 6.1-Basis mit einer komplett neuen Weboberfläche.
Das Problem: HomeMatic-Funkmodul am Raspberry Pi
HomeMatic-Installationen bestehen aus einer Zentrale (CCU) und einem Funkmodul. Normalerweise wird das Funkmodul direkt per GPIO an einen Raspberry Pi gesteckt – das ist simpel, aber unflexibel. Was, wenn dein Raspberry Pi im Keller steht und das Funkmodul im Erdgeschoss besser positioniert wäre? Genau hier setzt HB-RF-ETH an: Eine Platine mit Ethernet-Anschluss, die das Funkmodul räumlich getrennt von der Zentrale betreibt. Ideal für größere Gebäude, Hartnäckig was Funkbetrieb angeht – und die einzige Option, wenn du die CCU virtualisieren willst, denn pro debmatic-/piVCCU3-Installation lässt sich immer genau ein Funkmodul anbinden, egal ob per GPIO, USB (HB-RF-USB) oder eben Ethernet.
Was die ng-Version neu macht
Die Next-Generation-Firmware ist kein Kosmetik-Update, sondern ein kompletter Umbau auf moderne Werkzeuge:
- ESP-IDF 6.1 Toolchain mit GCC 15.2 (xtensa-esp-elf) – native
idf.py-Builds, auch für eigene Anpassungen - Komplett neue WebUI auf Basis von Vue 3, Vite und Bootstrap 5 – mit Dark-/Light-Theme und vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch)
- Monitoring per MQTT inklusive Home-Assistant-Auto-Discovery, TLS/mTLS-Unterstützung und Kommando-Token – oder alternativ per CheckMK
- Login mit Benutzername und Passwort – das Administrator-Passwort bleibt nach Updates erhalten, der Benutzername ist frei wählbar (praktisch für Passwortmanager und Mehrgeräte-Betrieb)
- Mehrere Geräte sauber unterscheidbar: Dashboard, Kopfzeile und Browser-Tab zeigen den konfigurierten Hostnamen an
- System-Log bleibt über Neustarts hinweg aktiv, solange du es aktiviert lässt – und ist danach wieder aus
- Backup & Restore: Die JSON-Sicherung enthält alle wiederherstellbaren Einstellungen inklusive Monitoring-, MQTT- und Zertifikatskonfiguration und darf für Mehrgeräte-Setups angepasst und eingespielt werden

Monitoring direkt in Home Assistant
Ein Netzwerk-Funkmodul will man beobachten: Erreicht das Modul die Zentrale noch? Wie hoch ist die Last? Die MQTT-Schnittstelle der ng-Firmware meldet Status und Events automatisch in Home Assistant – dank Auto-Discovery erscheinen die Entitäten ohne manuelle YAML-Konfiguration. Mit TLS/mTLS und Kommando-Token ist das auch abseits des isolierten Heimnetzes sauber abgesichert. Wer stattdessen CheckMK nutzt, bekommt die Daten genauso strukturiert.

Update-Konzept: Du behältst die Kontrolle
Die Firmware sucht bewusst nicht automatisch nach Updates und installiert nichts aus URLs oder über MQTT – ein bewusster Sicherheitsentscheid für eine Komponente, an der deine gesamte HomeMatic-Kommunikation hängt. Updates laufen manuell: Release von der GitHub-Releases-Seite laden, die firmware_*.bin in der WebUI hochladen, fertig. Für produktive Systeme empfehle ich Stable-Releases; Pre-Releases eignen sich zum Vorabtesten.
Nach dem Update auf eine Version mit Benutzername-Pflicht erfolgt die erste Anmeldung einmalig mit dem Standard-Benutzernamen admin und dem bisherigen Administrator-Passwort. Alte Browser-Sessions werden aus Sicherheitsgründen ungültig.
Kompatibilität
| Komponente | Unterstützung |
|---|---|
| Funkmodule | HM-MOD-RPI-PCB, RPI-RF-MOD, HmIP-RFUSB |
| Zentralen-Software | debmatic, piVCCU3 (je Installation genau ein Funkmodul) |
| Monitoring | MQTT (Home Assistant Auto-Discovery, TLS/mTLS), CheckMK |
| WebUI | Vue 3 + Bootstrap 5, Dark/Light, DE/EN/FR/IT |

Dokumentation & Community
Die umfassende Wiki-Dokumentation behandelt Installation, Home-Assistant-Integration und die komplette MQTT-API-Referenz inklusive aller Status-, Event- und Command-Topics. Änderungen pro Version finden sich im CHANGELOG.
Ein großer Dank geht an Alexander Reinert für die ursprüngliche HB-RF-ETH-Firmware und -Hardware – seine Arbeit ist die Grundlage dieses Projekts. Die Firmware steht unter Creative Commons BY-NC-SA 4.0.
Fazit
HB-RF-ETH-ng macht aus einer bewährten Hardware-Plattform ein modern administrierbares Gerät: aktuelle Toolchain, mehrsprachige WebUI, sicheres Monitoring und ein Update-Weg, der dir die Kontrolle lässt. Wer HomeMatic mit debmatic oder piVCCU3 betreibt und das Funkmodul flexibel platzieren will, kommt an dieser Platine kaum vorbei.
Projekt unterstützen: Ein ⭐ auf GitHub hilft dem Projekt sichtbar zu bleiben. Wer mag, unterstützt die Weiterentwicklung über Buy Me a Coffee.
